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Direkte Hilfe für Versöhnung

Ruhlaer Concordia-Gemeinde startete mit 1-2-Hilfe das Projekt eines Kinder- und Jugendzentrums in Ruanda

Pressekonferenz zum Start der Kampagne 11111x40 am 29.10.2007 Ruhla/Nyagatare.
Mit einem besonderen Gottesdienst am Vorabend des Reformationstages, der ChurchNight, feierte die Ruhlaer St. Concordia-Gemeinde nicht nur den Gedenktag an den folgenreichen Thesenanschlag Martin Luthers. Sie verbindet damit zugleich ihre Auffassung von Reformation heute: die Verbindung der Freiheit eines Christenmenschen im Dienen nach Luther mit dem eigenen Handeln für Andere. "Luther lehrt uns, dass wir aus der Gnade der Vergebung Gottes selbst zur Versöhnung beitragen können", erklärt Pfarrer Gerhard Reuther das Engagement des ökumenischen Eine-Welt-Kreises im Erbstromtal, "deshalb können wir zur Versöhnung beitragen."

Versöhnung tut vor allem in Ruanda Not, haben die Helfer aus Thüringen über ihre Zusammenarbeit mit Assist-Ruanda, der Hilfsorganisation vor Ort, erfahren. Seit 2005 engagieren sich die Christen aus Ruhla und Umgebung in dem Land Mitten in Afrika, das bis heute nach dem Bürgerkrieg im Jahr 1994 zu leiden hat. Vor allem Kinder tragen an den Folgen der Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Weil eine Zukunft – dort wie hier – nur aus Versöhnung wachsen kann, setzen sich die Ruhlaer nicht nur für Ausbildung ein, sondern auch für soziales Lernen und medizinische Hilfe.

Diesem ganzheitlichen Ansatz folgt das neue Projekt des Eine-Welt-Kreises, 1-2-Help, das mit der ChurchNight offiziell gestartet wurde. Es will gut 444.000 Euro für ein Kinder- und Jugendzentrum zusammentragen, das im ruandischen Nyagatare wachsen soll. "Das Grundstück hat die dortige Stadtverwaltung bereits zur Verfügung gestellt", informiert Pfarrer Reuther, "auch die Betreuung vor Ort durch einheimische Fachkräfte ist gesichert. Außerdem hat das ruandische Jugendministerium die Finanzierung von Ausstattungsgegenständen zugesagt." So können die Thüringer Helfer – auch dank ihrer Erfahrungen aus bisherigen Hilfsprojekten in Ruanda und anderen afrikanischen Ländern – sichern, dass jeder gespendete Cent und Euro den ruandischen Kindern zugute kommt.
Über die bisherigen Bildungspatenschaften und Ausbildungsunterstützungen für Waisenkinder hinaus will das neue Kinder und Jugendzentrum in Nyagatare gemeinsam mit Assist-Ruanda zu einem Ort werden, in dem junge Ruander Schul- und Berufsausbildung erhalten, medizinische und psychologische Hilfe erfahren, Traumatisierte und Aids-Patienten versorgt werden, soziale Kompetenzen geschult werden, kulturelle Identitäten gepflegt und Kontakte untereinander geknüpft werden können. So kann eine Generation in Ruanda heranwachsen, die in versöhnendem und demokratischem Miteinander die Gesellschaft verbindet, die immer noch polarisiert ist.

"Wir brauchen nur 11.111 Spender, die 40 Euro in diese Zukunft investieren", beschreibt Pfarrer Reuther den deutschen Anteil am Hilfsprojekt. "Wir sind keine Träumer", sagt er realistisch, weiß er sich doch in einem Boot mit dem Schirmherrn dieser Aktion, dem Alt-Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel. Auch die Landtagsabgeordneten Gustav Bergemann und Gerhard Günther (beide CDU) gehören zu den ersten Unterstützern von 1-2-Hilfe.

Mit einem Betrag von rund 2800 € ist der Grundstein auf dem Konto 26638 bei der Wartburgsparkasse (BLZ 840 550 50 / Stichwort 12H Ruanda) gelegt. Über den aktuellen Spendenstand, das Wachsen des Kinder- und Jugendzentrums in Nyagatare und andere Aktivitäten des Eine-Welt-Kreises kann man sich hier informieren.

(eb)

 

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